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Abb.1: Drehleier, gebaut von Helmut Gotschy
Die Drehleier ist ein Saiteninstrument, bei dem die die Saiten mittels eines Holzrades gestrichen werden. Dieser "endlose Geigenbogen" ermöglicht es, mit der Drehleier ein andauernder Ton zu spielen. Das Rad kann man in der Abbildung 1 unter der rundlichen Schutzkappe oder in Abb. 3 ganz vorne erkennen. Das Rad wird durch die Kurbel, die ganz links im Bild zu sehen ist, gedreht. Die Drehleier verfügt über mehrere Saiten. Sie hat normalerweise eine bis drei Melodiesaiten, die mit den Tasten, die man in obiger Abbildung sehen kann, verkürzt werden können. Auf diesen Saiten wird die Melodie gespielt. Neben den Melodiesaiten verfügt sie über meist mehrere Bordunsaiten. Diese spielen immer den selben Ton (Bordunton), den man auch von Dudelsäcken her kennt. Die Bordunsaiten sieht man in der Abbildung 3 deutlich im Vordergrund. Zusätzlich verfügt die Drehleier noch über ein Rhythmusinstrument: Durch kurzzeitiges schnelles Drehen der Kurbel wird ein Schnarrlaut erzeugt. Die Schnarre kann man in Abbildung 3 erkennen,die linke Saite läuft über den Schnarrsteg (ganz vorne sichtbar), der bei schnellerem Drehen in Vibration versetzt wird und auf das unter ihm liegende Holz schlägt. Die Drehleier verfügt somit über einen Melodieteil, Begleitung (Bordun) und Rhythmusinstument (Schnarre). Eine detaillierte Einführung in das Instrument gibt es bei der Wikipedia.

Abb. 2: Hieronymus Bosch, El Jardin de las Delicias
Die Drehleier ist ein Instrument mit langer Vergangenheit. Schon im 12. Jahrhundert findet man sie in unserer Geschichte, so beispielsweise in einer heute noch erhaltenen Skulptur in Santiago de Compostela in Spanien. Auch in den Bildern von Hieronymus Bosch findet sich die Drehleier, wie in Abbildung 2 gezeigt. Außer in der sakralen Musik wurde sie viel von Spielleuten, Gauklern und Bettlern gespielt. Nachdem sie sich im 18. Jahrhundert am französischen Hof großer Beliebtheit erfreute, ist sie im 20. Jahrhundert größtenteils in Vergessenheit geraten.Sie wurde von anderen Instrumenten verdrängt.

Abb. 3: Das "Innere" einer Drehleier. Die Saiten werden vom Rad in
Schwingung versetzt.
Nur in wenigen Gegenden wurde die Drehleier weiterhin gespielt, so beispielsweise in Frankreich und in Ungarn, wo auch Bela Bartok Musik für die Drehleier komponierte. Heute findet die Drehleier wieder mehr Beachtung. In vielen Ländern Europas wird sie mehr und mehr gespielt, auch in den USA gibt es einige Drehleierwerkstätten. Sogar in die moderne Musik ist sie vorgedrungen, z.B. Deine Lakeien setzen die Drehleier in ihrer Musik ein. Um die Verbreitung und Weiterentwicklung dieses vielseitigen Instruments zu unterstützen, sind diese WWW-Seiten entstanden. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Seiten dazu beitragen, dass sich wieder mehr Menschen der Drehleier widmen und sich auch auf Festivals oder privat zusammenfinden.